Prüflabor Sauberkeit
Mit unserer langjährigen Erfahrung verstehen wir uns als Experten für die Sauberkeit und Reinigung von Medizinprodukten.

Unter Sauberkeit verstehen wir die Abwesenheit von chemischen und partikulären Verunreinigungen, Keimen oder Endotoxinen, Proteinen und Blutrückständen nach dem Herstellprozess bzw. nach der Wiederaufbereitung mehrfach verwendbarer Medizinprodukte.

Dafür stellen wir unseren Kunden die folgenden Leistungen aus unserem Haus oder durch qualifizierte Kooperationspartner zur Verfügung:

  • Untersuchung chemischer Rückstände nach dem Herstell- oder Reinigungsprozess
  • Untersuchung partikulärer Rückstände nach dem Herstell- oder Reinigungsprozess gemäß ISO 14708 (Mehr)
  • Untersuchung von Keimrückständen und Endotoxinrückständen nach dem Herstell- oder Reinigungsprozess
  • Untersuchung von Protein – und Blutrückständen nach Wiederaufbereitung von Medizinprodukten (Mehr)
  • Beratung, Durchführung und Planung von Reinigungsvalidierungen
  • Beratung, Durchführung und Planung von Wiederaufbereitungsvalidierungen gemäß DIN EN ISO 17664

Prüfung auf partikuläre Verunreinigungen nach dem Herstell- oder Reinigungsprozess gemäß ISO 14708

Neben der mikrobiologischen und chemischen Sauberkeit von Medizinprodukten spielt deren partikuläre Reinheit eine zunehmende Rolle.

Denn partikuläre Verunreinigungen auf einem Medizinprodukt können zu Abstoßungsreaktionen des Körpers führen und die Patientensicherheit gefährden.

Wir führen die Prüfung gemäß ISO 14708 oder anhand von Kundenvorgaben durch. Diese Norm gilt für aktive Implantate und gibt entsprechende Prüfprozeduren und Grenzwerte vor, deren Vorgaben wir auch auf andere Implantate anwenden.

Die Messung wird nach dem Prinzip der Lichtblockade mittels Partikelmessgerät an einem Spülextrakt des Medizinprodukts durchgeführt. Die Ergebnisse können in Größenklassen zwischen 2 und 50 µm ausgegeben werden.

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Reinigungsvalidierungen

Die Herstellung und Verpackung steriler Medizinprodukte erfolgt üblicherweise unter Reinraumbedingungen. Dies begrenzt die Kontamination der Produkte mit Keimen oder daraus freigesetzten Endotoxinen.

Während sterilisationsbeständige Endotoxine eine unmittelbare Gefährdung der Patienten bedeuten, ist die Begrenzung der Keimzahl notwendig, um den nachfolgenden Sterilisationserfolg nicht zu gefährden.

Neben der Produktion unter Reinraumbedingungen kommt dabei einer desinfizierenden Reinigung der Medizinprodukte vor deren Endverpackung eine Schlüsselrolle zu. Durch die Integration eines Reinigungsschrittes können die Reinraum-produktionsbedingungen häufig auf die nachfolgenden Verpackungsprozesse beschränkt werden.

Für den Nachweis eines effektiven Reinigungsprozesses ist eine Validierung notwendig. Im Rahmen einer simulierten Reinigung mit artifiziell kontaminierten Produkten kann durch unser Labor die Wirksamkeit der Reinigung zur Entfernung/Inaktivierung von Mikroorganismen oder Endotoxinen überprüft werden.

Zusätzlich kann der Reinigungsprozess auch auf seine Eignung zur Entfernung spezifischer Produktionsrückstände untersucht werden. Dies kann mit Hilfe einer chemischen Analyse und/oder durch eine Zytotoxizitätsprüfung erfolgen. Dabei gilt es nachzuweisen ob nach dem Produktionsprozess und Endreinigung mit der Anwesenheit toxischer Rückstände zu rechnen ist.

Unsere Fachleute beraten Sie umfassend bei der Festlegung der Reinigungsprozesse für Ihr Produkt, erstellen den Validierungsplan nebst Auswahl der geeigneten Testanschmutzung und darauf abgestimmter Nachweissysteme, führen die Reinigungssimulation (vor Ort) durch, ermitteln die Restverschmutzung, bewerten den Reinigungserfolg und erstellen einen aussagekräftigen Validierungsbericht.

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Keimzahlbestimmung / Bioburden an Medizinprodukten und Arzneimitteln gemäß ISO 11737 bzw. Ph. Eur. 2.6.12

Unter dem Begriff Keimzahl oder Bioburden versteht man die Art und Zahl der nachweisbaren Keime, die sich vor der Sterilisation auf einem Produkt befinden.

Für diesen Nachweis wird eine Probe in einer geeigneten Prüflösung entweder aufgelöst oder die Keime abgespült und anschließend kultiviert. Im Ergebnis erhält man klassischerweise eine Anzahl von gewachsenen Kolonien, weshalb das Ergebnis in koloniebildenden Einheiten (KBE) ausgedrückt wird.

Um die Art und Zahl der Mikroorganismen korrekt festzustellen ist eine umfassende Validierung der Bestimmungsmethode notwendig.

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Prüfung auf Bakterien Endotoxine und Pyrogene gemäß Ph. Eur. 2.6.14 bzw. 5.1.10, gemäß ANSI AAMI ST 72 und USP Kapitel 85 und 161 sowie Monozytenaktivierung gemäß Ph. Eur. 2.6.30

Die BBF Sterilisationsservice GmbH verfügt über langjährige Erfahrung und ausgewiesene Kompetenz beim Nachweis von Endotoxinen und Pyrogenen und führt diese Prüfung entsprechend der geltenden Normen und Regularien für Sie durch.

Pyrogene sind Substanzen, die bereits in kleinen Konzentrationen sowohl bei Menschen als auch bei Tieren Fieberreaktionen, Blutdruckabfall und lebensbedrohliche Schockzustände auslösen. Die wichtigste Gruppe der Pyrogene sind Lipopolysaccharide aus der Zellmembran gramnegativer Bakterien, üblicherweise als Endotoxine bezeichnet, die beim Absterben der Organismen bzw. der Auflösung der Zellmembran freigesetzt werden. Sie sind sehr hitzestabil und können durch gängige Sterilisationsverfahren nicht entfernt oder inaktiviert werden.

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer pyrogen wirkender Substanzen, z.B. Lipoteichonsäure grampositiver Bakterien, Viren, RNA usw.

Für die Endotoxinbestimmung werden die Einheiten in Endotoxin Units pro ml (EU/ml) angegeben. bei der Pyrogenbestimmung wird die Menge in Endotoxin-Äquivalenten Einheiten pro ml (EE/ml) angegeben. Der ermittelte Endotoxingehalt wird mit dem geltenden oder vom Kunden vorgegebenen Grenzwert abgeglichen.


Wir bieten die folgenden Endotoxin- und Pyrogenbestimmungsmethoden als Grenzwertprüfungen oder quantitative Prüfungen an:

Monozytenaktivierungstest zur Pyrogen- oder Endotoxinbestimmung gemäß Ph. Eur. 2.6.30

Der Monozyten-Aktivierungs-Test (MAT) weist mit hoher Empfindlichkeit proinflammatorische Zytokine nach, die von Monozyten im Blut nach Kontakt mit pyrogen wirkenden Substanzen ausgeschüttet werden und daraufhin die Fieberreaktion auslösen. Gegenüber dem Kaninchentest hat der MAT den Vorteil, dass er mit Human-Blut bzw. primären Blutzellen oder mit humanen monozytären Zelllinien arbeitet und somit ohne Versuchstiere auskommt. Wir verwenden für unseren Test qualifizierte periphere mononukleäre Blutzellen (PBMCs) von mindestens 4 Spendern und überprüfen die Anwesenheit von Pyrogenen durch die Ausschüttung des Zytokins Interleukin-6 (IL-6).

Im Rahmen der Pyrogenbestimmung ist es uns möglich die Pyrogenität durch die Menge der Endotoxin-Äquivalenten Einheiten pro ml (EE/ml) anzugeben. Innerhalb des Monozytenaktivierungstest ist es möglich die Potenz und Anwesenheit unterschiedlicher Pyrogene zu untersuchen (z.B. Lipopolysaccharide, Lipoteichonsäure oder nicht Bakterien-bedingte Endotoxine).

Gemäß der EU Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere soll alternativen Methoden gegenüber Tierversuchsmethoden der Vorzug gegeben werden. So soll etwa nach dem Europäischen Arzneibuch Kapitel 2.6.8 explizit, wenn immer möglich, der Kaninchen-Pyrogentest durch die Prüfung auf Monozytenaktivierung gemäß Ph. Eur. 2.6.30 ersetzt werden.

Limulus-Amöbozytenlysat-Test gemäß Ph. Eur. 2.6.14, ANSI AAMI ST 72 sowie USP Kapitel 86 und 161

Da der überwiegende Teil der Pyrogene auf Endotoxine, vor allem Lipopolysaccharide (Zellwandbestandteile gram-negativer Bakterien) zurückzuführen ist, wurde für deren Nachweis der Limulus-Amöbozytenlysat-Test (=LAL-Test) entwickelt. Für diesen Test verwendet man Komponenten aus dem Blut des Pfeilschwanzkrebses welche bei Kontakt mit Lipopolysacchariden koagulieren. Die Prüfung wird gemäß dem Ph. Eur. 2.6.14 und USP Kapitel 85 durchgeführt sowie im Bereich der Medizinprodukte gemäß ANSI AAMI ST 72 und USP Kapitel 161.

Der Test erfolgt bei uns hauptsächlich als Grenzwertprüfung. Das bedeutet unser Kunde definiert seinen Grenzwert, z.B. 20 EU je Produkteinheit und wir prüfen Verdünnungen unterhalb dieses Grenzwertes zur Sicherstellung der Akzeptanzkriterien. Der Endotoxingehalt kann wahlweise quantitativ bei uns bestimmt werden.

Für die Herstellung des Lysats müssen die Tiere einer riskanten Blutabnahme unterzogen werden. Außerdem reagiert das Lysat nicht nur auf Lipopolysaccharide sondern auch auf Beta-Glukane. Diese sind Polysaccharide welche in den Zellwänden von Pflanzen, Bakterien und Pilzen vorkommen, wie Cellulose oder Chitin.

Daher verwendet man in den letzten Jahren vorzugsweise biotechnologisch hergestellte Äquivalente. Siehe hierzu rekombinanter Faktor C-Test.

Rekombinanter Faktor C gemäß Ph. Eur. 5.1.10

Wir bieten die Prüfung zum Nachweis bakterieller Endotoxine durch den rekombinanten Faktor C-Test an. Dieser wird gemäß Kapitel 5.1.10 des Europäischen Arzneibuchs als Alternative Methode anstelle des Limulus-Amöbozytenlysat-Tests genannt.

Wir bieten hierzu zwei Systeme des Rekombinant Faktor C-Tests an, den typischen Rekombinant Faktor C-Test und den Test auf ELISA (Enzyme-linked Immunosorbent-Assay) Basis zur Eliminierung von Störfaktoren im Vorfeld. Beide Testsysteme bieten die Möglichkeit zur quantitativen Bestimmung der Endotoxinmenge.

Für den rekombinanten Faktor C-Test wird das entscheidende Enzym, der sogenannte Faktor C, der üblicherweise im Blut der Pfeilschwanzkrebse vorfindbar ist, biotechnologisch hergestellt. Durch das reine Enzym werden falsch-positive Ergebnisse, die z.B. durch Beta-Glukane auftreten, eliminiert.



Die Vor- und Nachteile der einzelnen Nachweismethoden können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Wiederaufbereitungsvalidierung von Medizinprodukten gemäß ISO 17664

Die Wiederaufbereitung von Medizinprodukten kann je nach Art des Medizinproduktes sehr umfangreich sein. Wir beraten und planen mit unseren Kunden und erarbeiten die Anforderungen an die Validierung der Wiederaufbereitung.

Wir orientieren uns an den Leitlinien des DGKH, DGSV und AKI für die Validierung und Routineüberwachung maschineller bzw. manueller Reinigungs- und thermischer Desinfektionsprozesse für Medizinprodukte. Außerdem verfügen wir über das Knowhow und die Methoden zur Erfüllung der Anforderungen der FDA Recommendations „Reprocessing Medical Devices in Health Care Settings: Validation Methods and Labeling“ vom März 2015, wie zum Beispiel die Anwendung von zwei quantitativen Methoden zur Bestimmung der Restverschmutzung, Überprüfungen am Ende der Lebensdauer durch Akkumulationsstudien, Validierung der Extraktionsbedingungen usw.

Nutzen Sie unsere Expertise bereits bei der Erstellung der Gebrauchsinformation ebenso wie bei der Erstellung des Validierungsplans. Nutzen Sie unser Knowhow bei der Auswahl der geeigneten Prüfanschmutzungen und der darauf abgestimmten Nachweissysteme. Wir beraten Sie bei der Definition der am schlechtesten zu reinigenden Stellen ihres Produkts ebenso wie bei der Definition von Produktfamilien und der Auswahl der geeigneten Prüfmuster. Wir führen die Reinigungssimulation an den kontaminierten Mustern durch und ermitteln die Restkontamination. Wir präparieren die Muster für die Überprüfung der Sterilisation durch Aufbringen geeigneter Testkeime, Verpackung der kontaminierten Prüfmuster und veranlassen die Durchführung der notwendigen Sterilisationsläufe. Danach werten wir die Muster und die Kontrollen mittels Sterilitätsprüfung aus. Abschließend erstellen wir den umfassenden Validierungsbericht.

Folgende Leistungen können wir unseren Kunden im Rahmen einer Wiederaufbereitungsvalidierung anbieten:

  • Validierung der Teilschritte: Reinigung, Desinfektion und Sterilisation durch Verwendung von Protein-Blut-Gemischen oder Keimen
  • Validierung der manuellen und maschinellen Reinigung
  • Ermittlung der Anzahl zulässiger Wiederaufbereitungszyklen (Lebensdauer)
  • Akkumulationsstudien (mehrfache Wiederaufbereitung)
  • quantitative Proteinbestimmung mittel BCA-Assay
  • quantitative Hämoglobinbestimmung
  • qualitativer Luminoltest oder Amidoschwarz Nachweistest
  • Validierung der Extraktionsbedingungen zur Überprüfung der Restverschmutzung

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Ihre Ansprechpartner

Bei Fragen zu unseren Dienstleistungen sind unsere Ansprechpartner gern für Sie da.

Herr Dr. Norman Layh
Business Development
Herr Dr. Christopher Rösch
Herr Dr. Christopher Rösch
Prüflabor